Taekwondo ist die nationale koreanische Form der fernöstlichen Kampfkünste unter der Philosophie des Zen.

TAE stoßen, springen oder zerschmettern mit dem Fuß
KWON bedeutet hauptsächlich Faust oder Hand
DO ist die Kunst, der Weg, oder die Methode. DO steht für die Geisteshaltung und moralische Grundsätze

Taekwondo ist im übertragenen Sinne eine Lebensschule für Geist und Körper!

Regelmäßiges Training verbessert das Allgemeinbefinden, verschafft ein gesundes seelisch- körperliches Gleichgewicht, erhöht die körperliche und geistige Beweglichkeit, steigert die Konzentrationsfähigkeit und sorgt damit für beste körperliche Verfassung und Gesundheit. Durch die Schulung von Geist und Körper ist es möglich, das nötige Selbstvertrauen zu entwickeln und erforderliche Gelassenheit zur Selbstverteidigung zu erlangen, um unfaire Attacken, Brutalität, sowie unnötige Anwendung von Gewalt zu vermeiden und dadurch den Kampf auszuschließen.

Geschichte und Tradition

Die Ursprünge liegen in der Silla-Dynastie (Dynastie = ein Herrschergeschlecht), ungefähr 17 v. Chr. Damals übten Ritter diesen Sport aus, zum Ausgleich ihres Berufes.

20 Jahre später in der Kogury-Dynastie fand man Grabgemälde, die 2 Personen in typischer TKD-Stellung darstellten.

In der Yi-Dynastie gab es schon ein illustriertes Buch über asiatische Kampfkünste, TKD war auch dabei. Aus dieser Zeit gibt es einen historischen Bericht, der besagt, dass bei einer Invasion der Japaner 700 Patrioten gegen die Eindringlinge mit Händen und Füßen gekämpft haben sollen. Wenn Grenzkonflikte zwischen 2 Provinzen waren, wurde dieser mit TKD beendet.

In den späteren Jahren der Yi-Dynastie verlor TKD immer mehr an Bedeutung und Wissenschaft, Politik und Kunst schoben sich in den Vordergrund. Erst nach der Befreiung der Japaner wurde TKD wieder ein Nationalsport.

Nach dem 2. Weltkrieg breitete sich TKD zuerst nach Amerika aus, von wo TKD dann nach Europa kam.
Der erste österr. TKD Verein wurde 1964 in Innsbruck gegründet.

Ausbildungsschwerpunkte

Taekwondo hat mehrere Ausbildungsschwerpunkte, welche die Grundlage dieser Kampfkunst bilden:

  • POOMSE: Formenlauf, Grundschule und Pflichtübungen
  • HANBON-KYORUGI: Partnerübungen/abgesprochener Kampf
  • JAYU-KYRUGI: Freikampf/Wettkampf
  • HO-SI-SUL: Selbstverteidigung

Prinzipien des Taekwondo

Entscheidend für die Wirkung und Richtigkeit jeder Taekwondo-Technik sind:

  • Technische Genauigkeit,
  • Kraftvolles Ausführen der Technik,
  • Dynamik (nicht verkrampfen; Lockerheit und Entspannung während der Bewegungs-. und 
  • Beschleunigungsphase der Technik, Anspannung im Moment des Auftreffens),
  • Rhythmus und Harmonie der Bewegungen,
  • Konzentration und Blick,
  • Atmung und Kihap.

Verhalten im Dojang (Übungsraum)

Der Taekwondo-Lehrer (Sabom) leitet das Training und achtet auf Disziplin und die Weiterentwicklung der körperlichen und geistigen Fähigkeiten, sowie auf die Verbesserung von Wertvorstellungen.

Jeder Schüler verbeugt sich beim Betreten und Verlassen des Dojangs (Halle) als Höflichkeitsbezeugung gegenüber seinem Trainer und den Taekwondoin. Man sollte sich im Dojang konzentriert seinen Trainingsaufgaben widmen; lärmen, grölen und undiszipliniertes Verhalten widerspricht der Geisteshaltung im Taekwondo.

Der Dobok (Taekwondo-Anzug) ist stets sauber zu halten; seine weiße Farbe soll moralische Reinheit symbolisieren, der zu Beginn getragene weiße Gürtel steht für den Anfang einer geistigen und körperlichen Entwicklung.

Um Verletzungsgefahren vorzubeugen ist darauf zu achten, dass keinerlei Schmuckgegenstände, Uhren, Bänder, Spangen etc. beim Training getragen werden.

Symbolik der Gürtelfarben

Der weiße Gürtel ist, wie auch die weiße Kleidung, ein Zeichen der Reinheit und Unvoreingenommenheit, hier aber auch der Unwissenheit.

Der gelbe Gürtel (10./9. Kup) steht symbolisch für einen Keimling, der gerade aus der Erde sprießt und zu einem grünen Trieb oder Blatt heranwächst: der grüne Gürtel (8./7. Kup).

Je länger der Taekwondoin trainiert, umso besser wird seine Technik und sein Selbstvertrauen wird gestärkt. Er glaubt, seinen Horizont zu erreichen, deshalb die Farbe des Himmels: der blaue Gürtel (6./5. Kup).

Der Taekwondoin sammelt mit der Zeit immer mehr Erfahrungen und lernt, dass nur Geduld, Ausdauer und Disziplin weiterführen, Sein Höhenflug wird gebremst, und er kommt wieder auf den Boden der Realität zurück; also die Farbe der Erde; der braune Gürtel (4./3. Kup).

Der fleißige Taekwondoin verbessert laufend sein können. seine Fortschritte sind nicht mehr so deutlich sichtbar, dafür sind sie stetig und bedeutsam. Durch die lange Zeit der Ausbildung ist er nicht nur körperlich trainiert, sondern auch geistig reifer geworden. In ihm wächst ein künftiger Meister,, und sein roter Gürtel (2./1. Kup) bedeutet: Achtung ! Hier entsteht etwas Wertvolles, etwas Höheres.

Der Meistergrad schwarzer Gürtel (1. bis 10. Dan) ist für jeden, der ihn erreicht, nicht nur eine hohe Ehre, sondern auch eine große Verpflichtung, Die schwarze Farbe seines Gürtels schließt alle Farben ein. Das bedeutet für jeden Danträger Verantwortung gegenüber seinen Schülern und Trainingspartnern, für ihre körperliche und geistige Entwicklung, für ihr Benehmen und ihr Handeln. Der schwarze Gürtel zeigt, dass man durch die Schülergrade ein Grundprogramm erlernt hat, das es nun zu erweitern und zu perfektionieren gilt. Auch der Meister ist immer noch Schüler.

Symbolische Bedeutungen der Taegukformen

Il-Jang – Himmel und Licht
I-Jang – Frohsinn und Fröhlichkeit
Sam-Jang – Feuer
Sa-Jang – Donner
Oh-jang – Wind
Yuk-Jang – Wasser
Chil-Jang – Berg
Pal-Jang – Erde 

Symbolische Bedeutungen der und Danformen

Koryo – Korea
Keumgang – Diamant, Berg
Taebaek – Berg – Symbol des Landes
Pyongwon – Ebene
Sipjin – Dezimales System
Jitae – Erde
Chonkwon – Himmel
Hansoo – Wasser
Ilyo – Zustand der geistigen Ausbildung